WM 2026 Viertelfinale — war es das beste K.o.-Wochenende der WM-Geschichte?
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Drei Viertelfinals, drei Drama-Abende, ein historischer Halbfinal-Satz: Zum ersten Mal seit Beginn der FIFA-Weltrangliste (1992) stehen die vier bestplatzierten Nationen der Welt — Frankreich, Spanien, England und Argentinien — gemeinsam im Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Alle vier sind ehemalige Weltmeister. Was vom Viertelfinale bleibt: Spaniens Clean-Sheet-Rekord fiel, England brauchte die Verlängerung, und Argentinien drehte ein Spiel, das eigentlich schon entschieden war. Ich blicke zurück auf die drei Partien seit dem letzten Rückblick — und frage, was die Ergebnisse für die Halbfinals bedeuten.

QF2: Spanien 2:1 Belgien — der Rekord fällt, die Festung hält
Spaniens Serie von sechs aufeinanderfolgenden WM-Clean-Sheets ist Geschichte: Charles De Ketelaere traf für Belgien und beendete damit Unai Simóns WM-Rekord von über 500 Minuten ohne Gegentor. Aber Spanien gewann trotzdem — mit 2:1 im SoFi Stadium von Los Angeles. Luis de la Fuentes Mannschaft hat nun sieben der letzten acht Vergleiche mit Belgien gewonnen und steht in der 36. Partie in Serie ohne Niederlage — ein Team-Rekord, der Italiens Allzeit-Marke von 37 in Reichweite bringt.
Dafür spricht Spanien im Halbfinale: Das Team hat bewiesen, dass es auch ein Gegentor verkraften kann, ohne zu zerbrechen. Die Defensive um Cubarsí und Laporte hat den Schock des ersten Gegentores im Turnier verdaut und danach nicht mehr gewackelt. Oyarzabal steht bei 4 Turniertoren, Rodri und Pedri kontrollieren das Zentrum.
Dagegen spricht: In den K.o.-Spielen hat Spanien in drei Partien nur 4 Tore erzielt (1:0, 2:1, 2:1 nach Verlängerung gegen Portugal im Achtelfinale) — die Offensive ist nicht explosiv. Gegen Frankreichs 16-Tore-Sturm könnte ein einziger Fehler reichen.
QF3: England 2:1 n.V. Norwegen — Bellingham rettet, Haaland verliert
Es war das Märchen, das ein Ende finden musste: Norwegen spielte sein erstes WM-Viertelfinale überhaupt, hielt England 90 Minuten lang in Schach im Hard Rock Stadium von Miami — und verlor dann in der Verlängerung mit 1:2. Die Hitze in Miami (über 30°C, hohe Luftfeuchtigkeit) spielte eine Rolle: Beide Teams kämpften sichtbar mit den Bedingungen, die zweite Halbzeit war ein taktischer Kampf, kein offenes Spiel.
Haaland beendete das Turnier mit 7 Toren in 6 Spielen — eine beeindruckende Quote, die allerdings nicht reichte, um den Klassenunterschied zu überwinden. Jude Bellingham war der entscheidende Mann für England: Er hat sich im K.o.-Modus zu Englands wichtigstem Spieler entwickelt und steht bei 6 Turniertoren, gleichauf mit Kane.
Dafür spricht England im Halbfinale: Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch enge K.o.-Spiele gewinnt — gegen Mexiko (3:2) und jetzt gegen Norwegen (2:1 n.V.). Bellingham und Kane ergänzen sich als Doppelspitze; Tuchel sagte es selbst: „Put Harry and Jude together, they will do the rest" („Stell Harry und Jude zusammen, den Rest erledigen sie").
Dagegen spricht: Quansah fehlt weiterhin (Sperre), Henderson ist raus, Reece James bleibt ein Fragezeichen. Zwei Verlängerungen in den letzten drei Spielen (R16 gegen Mexiko + QF3) könnten Kräfte gekostet haben — besonders mit dem Argentinien-Halbfinale nur vier Tage nach dem Norwegen-Spiel.
QF4: Argentinien 3:1 n.V. Schweiz — Messi schreibt weiter Geschichte
Die Schweiz stand zum ersten Mal seit 1954 in einem WM-Viertelfinale — und sie verkaufte sich teuer. Im Arrowhead Stadium von Kansas City gingen die Eidgenossen in Führung und hielten den Vorsprung bis tief in die zweite Halbzeit. Aber dann drehte Argentinien das Spiel: Messi lieferte erneut und steht nun bei 8 Turniertoren und 21 WM-Karrieretoren — der alleinige WM-Rekordtorschütze, einen Treffer vor Mbappé (20).
Argentinien hat in jedem K.o.-Spiel dieses Turniers 3 Tore erzielt und insgesamt 17 Turniertore geschossen — die meisten aller Teams. Aber die Mannschaft hat auch in jedem K.o.-Spiel ein Gegentor kassiert und zweimal die Verlängerung gebraucht. Die Frage ist berechtigt: Kann dieses Team ein Halbfinale gegen England über 90 Minuten kontrollieren?
Dafür spricht Argentinien im Halbfinale: Messi in dieser Form, Álvarez als Partner, De Paul und Mac Allister im Mittelfeld — die individuelle Klasse ist enorm. Argentinien hat 14 von 14 Vergleichen mit England gewonnen oder unentschieden gespielt (6 Siege, 5 Remis, 3 Niederlagen in der Gesamt-H2H — wobei England 3 der 5 WM-Duelle gewann).
Dagegen spricht: Zwei Verlängerungen in Folge (QF4 + R16) sind ein Konditionsfaktor. Die Defensive hat Lücken gezeigt, und Scaloni hat weniger Wechseloptionen als Tuchel. Scaloni selbst blieb nüchtern: „Look, this is a football game. OK, so the message is this is a football game. That’s what I can say" („Schaut, das ist ein Fußballspiel. Die Botschaft ist: Das ist ein Fußballspiel. Das ist alles, was ich sagen kann").
- Frankreich: 6/6 Siege, 16 Tore, bester Angriff — klarer Turnierfavorit (Outright 2.37–2.50)
- Spanien: 1 Gegentor im Turnier, 36 Spiele ungeschlagen, Europameister + Nations-League-Sieger
- England: Bellingham & Kane in K.o.-Form, aber Verletzungssorgen und 2 Verlängerungen
- Argentinien: Messi mit 8 Toren und WM-Rekord, aber defensive Anfälligkeit und Ermüdung
Golden-Boot-Rennen — Mbappé und Messi Kopf an Kopf
Das Viertelfinale hat die Torjägerliste geschärft: Mbappé (Frankreich, 8 Tore) und Messi (Argentinien, 8 Tore) führen gleichauf, wobei Mbappé den Assists-Tiebreak hält (3 zu 2). Haalands Turnier ist mit 7 Toren in 6 Spielen beendet — ein starker Abgang für Norwegens ersten WM-Viertelfinalisten. Kane und Bellingham (beide England, je 6 Tore) können im Halbfinale und einem möglichen Finale noch aufholen, aber Mbappé hat mit 2 verbleibenden Spielen (mindestens) den Vorteil.
Mein Fazit
Das Viertelfinale der WM 2026 hat geliefert: drei knappe Spiele, zwei Verlängerungen, ein historischer Halbfinal-Satz. Für die Halbfinals bedeutet das: Kein Team ist unverwundbar. Spaniens Rekord-Defensive hat ein Gegentor kassiert, England hat zwei Verlängerungen in den Beinen, und Argentinien hat gezeigt, dass es Rückstände drehen kann — aber auch, dass es Rückstände zulässt. Frankreich bleibt der Favorit, aber der Abstand ist kleiner, als die Outright-Quoten (2.37–2.50) vermuten lassen.
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- Erstmals stehen die 4 bestplatzierten Nationen der Weltrangliste im selben WM-Halbfinale — alle ehemalige Weltmeister.
- Spaniens Clean-Sheet-Rekord (6 in Folge) endete gegen Belgien, die Mannschaft gewann trotzdem 2:1.
- England brauchte gegen Norwegen die Verlängerung (2:1 n.V.) — Bellingham (6 Tore) wurde zum K.o.-Spieler.
- Argentinien drehte den Rückstand gegen die Schweiz (3:1 n.V.), Messi steht bei 21 WM-Karrieretoren (Rekord).
- Golden Boot: Mbappé und Messi je 8 Tore, Mbappé führt bei Assists (3:2).
::: faq
Wer steht im Halbfinale der WM 2026?
Frankreich, Spanien, England und Argentinien. SF1 Frankreich–Spanien (14. Juli, 21:00 MESZ, Dallas), SF2 England–Argentinien (15. Juli, 21:00 MESZ, Atlanta).
Wer führt das Golden-Boot-Rennen an?
Mbappé (Frankreich) und Messi (Argentinien) mit je 8 Turniertoren. Mbappé hält den Assists-Tiebreak (3 zu 2). Haaland (Norwegen, 7) ist ausgeschieden, Kane und Bellingham (je 6) können noch aufholen.
Ist Spaniens Serie ohne Niederlage noch intakt?
Ja — 36 Spiele in Folge ungeschlagen (Team-Rekord). Ein Remis oder Sieg gegen Frankreich heute würde Italiens Allzeit-Rekord von 37 egalisieren.
Den ausführlichen Halbfinal-Überblick findest du in unserer Halbfinal-Vorschau mit Quoten. Die Tagestipps für das heutige Halbfinale gibt es in den Tagestipps 14. Juli.
Alle Quoten sind dezimal und stammen aus einem Quotenvergleich (Stand: 13.–14. Juli 2026, ET); sie können sich bis zum Anpfiff noch verschieben.